„146 Jahre im Dienst des Allgemeinwohls“

Veröffentlicht am 12.02.2020 in Allgemein

Josef Sehofer erhält von der bayerischen SPD die Georg-von-Vollmar-Medaille

Altdorf. Ein halbes Jahrhundert lang hat er die SPD in Altdorf mitgeprägt und zwölf Jahre als Bürgermeister die Politik in der Marktgemeinde gestaltet. Dafür hat Josef Sehofer jetzt die höchste Auszeichnung der bayerischen SPD erhalten, die Georg-von-Vollmar-Medaille. Markus Rinderspacher, MdL und fünfter Vizepräsident des Bayerischen Landtags, bescheinigte dem 79-Jährigen, in seiner politischen Laufbahn etwas geschaffen zu haben, das überdauere.

„Es ist ein neues Gefühl über einen Sehofer zu sprechen, ohne in der Vorbereitung Florett und Säbel für eine Erwiderung zu schärfen, sondern eine Laudatio zu halten“, spielte Rinderspacher auf seine frühere Tätigkeit als SPD-Fraktionsvorsitzender und Oppositionsführer im bayerischen Landtag an. An diesem Tag sei es ihm aber eine große Ehre, die Georg-von-Vollmar-Medaille an Josef Sehofer überreichen zu dürfen. Der 79-Jährige habe es fertig gebracht, 146 Jahre im Dienst des Allgemeinwohls unterwegs gewesen zu sein: 50 Jahre als Mitglied im Ortsverein, 27 Jahre als Kreisvorsitzender, 24 Jahre als Gemeinderat, zwölf Jahre als Bürgermeister und 33 Jahre als Kreisrat. Respekt und Reputation über Parteigrenzen hinaus „Wir sind stolz, dich in unseren Reihen zu haben“, sagte Rinderspacher. Dabei sei es kein Automatismus gewesen, dass Sehofer seinen politischen Platz in der SPD gefunden hat. Schließlich stamme er aus einer Familie, in der politisch die unterschiedlichsten Farben vertreten wurden. Er habe sich zu einem herausragenden Demokraten entwickelt, der nach seinem Ausscheiden aus dem Bürgermeisteramt immer noch großen Respekt und Reputation über Parteigrenzen hinaus genieße. Mit anderen Demokraten unterschiedlicher Couleur an einen Tisch setzen, Fragen erörtern – „gerne auch hitzig“ – und am Ende in der Lage sein, einen Konsens zu finden: Dies habe Sehofer ausgezeichnet. Die Fähigkeit, andere mitzureißen Die Georg-von-Vollmar-Medaille zu erhalten, sei keine Selbstverständlichkeit. „Es gibt im Landkreis nur eine Handvoll Leute, die sie bekommen haben“, betonte Rinderspacher. Um über so viele Jahre anerkannt zu sein und Respekt zu genießen, brauche es ein großes Herz und die Fähigkeit, andere mitzureißen. „Es ist wichtig, einen Moment innezuhalten und sich bewusstzumachen, was für tolle Leute wir in unseren Reihen haben“, sagte Rinderspacher. „Das lassen wir uns nicht kleinreden in einer Zeit, in der sich Menschen unversöhnlich gegenüberstehen und Kommunalpolitiker bedroht werden.“ Er habe großen Respekt für jene, die in den Kommunen unterwegs seien, die sich politisch engagierten in einer Zeit, in der sich viele ins Privatleben zurückzögen. Es werde schwerer, nicht nur, weil die Bürger anspruchsvoller seien. Hass und Hetze machten sich in den sozialen Netzwerken breit, neue Ideen seien nicht leicht durchzusetzen. Etwas geschaffen, das bleibend ist Deshalb brauche es Vorbilder. Vorbilder mit der Fähigkeit, über den eigenen Tellerrand hinaus zu schauen und der Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen, die Jahrzehnte überdauern. „Du hast etwas geschaffen, das bleibend ist“, sagte Rinderspacher in Erinnerung an die zahlreichen Leistungen als Bürgermeister für die Marktgemeinde. So hatte Sehofer in seiner Amtszeit die erste Kinderkrippe im Landkreis geschaffen. „Es ist deshalb nicht nur eine Ehre, die dir zuteil wird, sondern eine Ehre für uns alle, dass wir diesem Ereignis beiwohnen können.“

 

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