Das Bürgermeister-Gen liegt in der Familie

Veröffentlicht am 18.10.2019 in Allgemein

Ruth Müller (l.), Maria Neudecker (mitte), Nicole Bauer (rechts)

100 Jahre Frauenwahlrecht in Wurmsham mitgestaltet

Als es das Frauenwahlrecht in Bayern noch gar nicht gab, war der Urgroßvater von Maria Neudecker Bürgermeister in Pauluszell. Xaver Antholzner leitete von 1905 bis 1911 als erster demokratisch von Männern gewählter Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde. 100 Jahre später – im Jahr 2008 schrieb seine Urenkelin nicht nur Geschichte in Wurmsham, sondern sogar bundesweit: In einer Sonderedition der ZEIT wurde Maria Neudecker im September 2008 als erste 1. Bürgermeisterin ihrer Partei Bündnis90 / Die Grünen hervorgehoben. Das habe sie schon gefreut, denn selbstverständlich sei es für ihre Generation noch nicht gewesen, politische Ämter wahrzunehmen, schilderte sie beim Besuch der beiden Abgeordneten Nicole Bauer, MdB (FDP) und Ruth Müller, MdL (SPD) im Seifriedswörther Gemeindehaus. Die beiden Abgeordneten sind die frauenpolitischen Sprecherinnen ihrer Fraktionen und statteten anlässlich 100 Jahre Frauenwahlrecht einer der ersten Bürgermeisterinnen im Landkreis Landshut einen Besuch ab. In der Familie gibt es wohl ein „Bürgermeister-Gen“, scherzt Neudecker: Denn der Cousin ist Bürgermeister von Egglkofen und mit der Cousine Luise Hausberger sitzt gleich noch eine zwei Bürgermeisterin im benachbarten Rathaus in Baierbach. Von 1990 bis 2008 war Maria Neudecker auch Kreisrätin im Landkreis Landshut – und sie erinnert sich, dass in den ersten sechs Jahren von den insgesamt 60 Kreisräten nur sechs weiblich waren. 1996, als Ruth Müller erstmals in den Kreistag gewählt wurde, stieg der Frauenanteil immerhin auf 15 Frauen, erinnern sich die beiden. Als Maria Neudecker 2008 Bürgermeisterin in Wurmsham wurde, war mit ihr nur noch eine weitere Frau im Gemeinderat – und sie selbst sei dann auch gleich die Chefin gewesen, wie sie sagt. Emotional schwierig sei es für sie gewesen, als die Zusammenlegung der Schule mit Pauluszell anstand. „Hier im Gemeindezentrum Seifriedswörth sind meine Kinder in die Schule gegangen und hier habe ich als Lehrerin unterrichtet“ – das sei schon eine Herausforderung gewesen. Aber die bayerische Schulpolitik lasse eben kein längeres gemeinsames Lernen zu, sodass auch kleine Schulstandorte erhalten blieben, bedauert die Politikerin. Sicherlich sei die Umwidmung der ehemaligen Schule in ein soziales Begegnungszentrum für KLJB, Mutter-Kind-Gruppe, die Senioren und die Pfarrei auch ihrer Eigenschaft als Frau geschuldet. „Ich wollte das Haus wieder mit Leben füllen“, berichtet Maria Neudecker und erzählt dann auch gleich voller Begeisterung von der „Schenke“. Hier können die Bürger überflüssige Spielsachen, Kleidungsstücke oder Gebrauchsgegenstände abgeben und andere können sich dort wieder etwas gegen eine kleine Spende für ihren Hausrat abholen. Damit vermeiden wir Müll, führen die Dinge einer zweiten Nutzung zu und erwirtschaften Spenden für soziale Zwecke in unserer Gemeinde, zeigt sich Neudecker von dem Nachhaltigkeitsgedanken beeindruckt. Dieser hat sich im Übrigen immer wie ein roter Faden durch ihr politisches Handeln gezogen: „Wir haben auf allen gemeindlichen Einrichtungen Solaranlagen und sind von 573 bayerischen Kommunen damit auf dem 26. Platz der Solarbundesliga gelandet. Ein wichtiges Anliegen sei ihr auch die Renaturierung der Bina-Quelle, der Zellbach-Quelle und der Rott-Quelle gewesen. Deshalb dürfe sich die Gemeinde heute auch „Drei-Quellen-Gemeinde“ nennen und verknüpfe das mit dem sanften Tourismus des Rottal-Radwegs. „Damit erreichen wir im Rottal und Vilstal regionale Wertschöpfung“, lobte die Bundestagsabgeordnete Nicole Bauer diese Initiative. Dieses Projekt sei auch bezeichnend für ihr politisches Wirken, stellte Ruth Müller fest. Denn für Maria Neudecker habe immer gegolten: „Nur wer gegen den Strom schwimmt, kommt zur Quelle“. Heute können Frauen in der Kommunalpolitik Verantwortung übernehmen – anders als vor 100 Jahren zu Zeiten des Urgroßvaters von Maria Neudecker. Dennoch scheuen sich Frauen häufig, sich aktiv einzubringen, wenn es darum geht, die eigene Gemeinde zu gestalten. „Derzeit sind nur 16 Prozent der Gemeinderäte in Niederbayern weiblich und von den über 2.000 Gemeinden werden nur 178 von einer Bürgermeisterin geführt. Da ist noch Luft nach oben“, stellte die frauenpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Nicole Bauer fest. Deshalb engagieren sich die drei Politikerinnen auch im überparteilichen Bündnis „Frauen für die Kommunalpolitik“. Im März 2020 finden die Kommunalwahlen statt. Und alle drei Politikerinnen hoffen, dass es dann auf allen Ebenen mehr Frauen gibt, die sich 100 Jahre nach der Einführung des Frauenwahlrechts auch zur Wahl stellen und gewählt werden.

 

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