Direktvermarktung stärkt die Region

Veröffentlicht am 29.11.2019 in Allgemein

Politik muss aber Rahmenbedingungen für regionale Lebensmittel verbessern

 

Vilsbiburg. Insgesamt entwickelt sich die Direktvermarktung von regonalen Produkten positiv. Die Kunden wissen es zu schätzen, den Produzenten ihrer Nahrungsmittel zu kennen. Gleichwohl sind einige staatliche Richtlinien so angelegt, dass sie dem Ziel, mehr regionale Lebensmittel auf kurzen Wegen direkt zu vermarkten, eher zuwiderlaufen. Auf ein Schreiben des Vilstalschäfers an die Abgeordneten der Region hin informierten sich Ruth Müller und Rita Hagl-Kehl (beide SPD) vor Ort.

Noch spät abends die Schäflein zählen, das muss der Vilstalschäfer nicht. Thomas und Regina Steiner wissen genau, wie viele Schafe auf ihren Weiden und im Stall stehen. Denn die beiden haben im Jahr 2008 den landwirtschaftlichen Hof in Spitzenberg bei Vilsbiburg zu einem Schäferbetrieb umgestaltet. 500 Schafe leben auf den Weiden in Vilsbiburg und Landshut, davon 150 Milchschafe. Der Vilstalschäfer ist auf Direktvermarktung umgestiegen, um „näher am Verbraucher zu sein“, wie es Thomas Steiner erläuterte. Das war auch der Grund für den Besuch der beiden SPD-Politikerinnen Rita Hagl-Kehl, MdB, die auch zugleich parlamentarische Staatssekretärin im Verbraucherschutzministerium ist, und Ruth Müller, MdL, die im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags für den Bereich der Direktvermarktung zuständig ist. Begleitet wurden sie von den beiden Vorsitzenden der SPD Vilsbiburg, Theresa Bergwinkl und Sibylle Entwistle. „Die Direktvermarktung entwickelt sich positiv“, erläuterte Regina Steiner, die in der hofeigenen Käserei die Milch zu leckerem Käse und Joghurt weiterverarbeitet. Mit dem mobilen Verkaufswagen sind die „Vilstalschäfer“ auch auf den Wochenmärkten in Landshut, Geisenhausen, Vilsbiburg und beim Biller-Bauernmarkt anzutreffen. Man merke schon, dass das Interesse der Verbraucher an regional erzeugten Lebensmitteln zunimmt, machte auch Thomas Steiner im Gespräch mit den SPD-Politikerinnen deutlich. „Damit lernen die Verbraucher die Herkunft der Produkte kennen und schätzen“, ergänzte Sibylle Entwistle, die den „Vilstalschäfer“ vom Vilsbiburger Wochenmarkteinkauf kennt. Dennoch würde man sich von der Politik mehr Unterstützung für die kleinbäuerliche Landwirtschaft wünschen, die genau das macht, was von der Gesellschaft gefordert werde: Kultur- und Landschaftspflege, kurze Transportwege, den Dialog mit den Verbrauchern und eine nachhaltige Wirtschaftsweise beim Ackerbau und Grünland. Als Beispiel nannte Steiner hier die Vorschrift, dass es notwendig sei, 50 Prozent Fremdprodukte zu verkaufen, um Fördermittel für ein Transportfahrzeug zu erhalten. „Das laufe doch dem Ansinnen, Direktvermarkter zu unterstützen, entgegen“, wunderte sich Thomas Steiner. „Gerade unsere Direktvermarkter sind wichtige Akteure für die regionale Wertschöpfung vor Ort“, machte Müller deutlich. Die SPD-Landtagsfraktion setze sich deshalb bei einer Neuordnung der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik) in Europa für eine andere Verteilung der Gelder ein. Dazu habe die SPD-Fraktion auch eine Anhörung im Landwirtschaftsausschuss initiiert, um von den Verbänden zu erfahren, welche Änderungen notwendig seien. Der parlamentarischen Staatssekretärin im Verbraucherschutz-Ministerium Rita Hagl-Kehl war die Ernährungsbildung von Anfang an ein wichtiges Anliegen. „Diese muss in den Schulen verstärkt werden, denn der Mensch ist, was er isst“, so Hagl-Kehl.

 

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