LKW-Parkplätze in Niederbayern sind mau

Veröffentlicht am 08.10.2019 in Allgemein

Die geringe Zahl der Rast- und Parkplätze an Niederbayerns Autobahnen und Bundesstraßen stellen ein Problem dar. Auch für die Polizei.

Ein LKW nach dem anderen mit eingeschalteter Warnblickanlage auf dem Seitenstreifen kurz vor einem Rast- oder Parkplatz – wer kennt dieses Bild nicht. Die verfügbaren Stellplätze für LKWs an Bundessstraßen und Autobahnen sind in Niederbayern heiß begehrt – und begrenzt. Dass sich diese Situation nur verschlechtert, ist durch das wachsende Schwerverkehrsaufkommen leicht nachzuvollziehen. Im Mittel ist dieses auf den niederbayrischen Bundesstraßen 2015 im Vergleich zu 2010 um 3,5 Prozent gestiegen, auf den Autobahnen sogar um zwölf Prozent. Daten für das aktuelle Jahr liegen noch nicht vor, da die nächste Straßenverkehrszählung erst im Jahr 2020 stattfindet, erfuhr die Landshuter Landtagsabgeordnete Ruth Müller von der Bayerischen Staatsregierung.

Laut Verkehrsprognose Bayern 2030 vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird die „Transportleistung im Straßengüterverkehr […] zwischen 2010 und 2030 um 40,5% zunehmen.“

Ruth Müller, MdL von der SPD wurde bei ihrem Besuch bei der Autobahnpolizei Wörth auf dieses Thema aufmerksam: Denn auch für die Beamten stellt die Park- und Rastsituation ein Problem dar. So wird es immer schwieriger, LKW-Stellplätze für die Schwerlastverkehr-Kontrollen zu finden, denn hierfür müssen diese mindestens Platz für ein Kontrollfahrzeug und zwei Sattelzüge aufweisen. Aktuell sind in Niederbayern an der A 92 und A 93, sowie an fünf Park- und Rastplätzen der A 3 Schwerverkehrskontrollen möglich. „Auf den Bundesstraßen können in Niederbayern insgesamt rund 50 Parkplätze für Kontrollen verwendet werden“, so das Bayerische Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr in seiner Antwort auf die Anfrage von Ruth Müller im September. Auf sechs weiteren Bundesstraßen sei außerdem eine Kontrolle überhaupt nicht möglich. Weiter heißt es: „Ziel des Staatsministeriums des Innern, für Sport und Integration (StMI) sei darüber hinaus die Errichtung stationärer Kontrollstellen auf Bundesautobahnen nach österreichischem Vorbild zur tageszeit- und wetterunabhängigen Kontrolle […].“ Geplant sei lediglich eine beidseitige PWC-Anlage (Parkplatz mit WC-Anlage) im Zuge des Neubaus der A 94 bei Pocking mit je 20 Stellplätzen bis zum Jahr 2025 sowie an der B 15n bei Oberhaselbach mit je 50 LKW-Stellplätzen. Die Kosten sollen sich auf 5,3 Mio. € und 9,4 Mio. € belaufen.

Angesichts des jetzt schon hohen und in Zukunft noch steigenden Verkehrsaufkommens vor allem im Schwerlastverkehr ist dies zu wenig, findet Ruth Müller. Dabei geht es der Abgeordneten nicht nur um die Kontrollmöglichkeiten, sondern auch um die Arbeitsbedingungen der LKW-Fahrer. „Wir haben schon jetzt zu wenige Fahrer im Transportgewerbe und mangelnde Rast- und Parkmöglichkeiten machen diesen Beruf nicht attraktiver, so Müller. Deshalb fordert sie mehr Tatkraft beim Bau von LKW-Stellplätzen in Niederbayern.

 

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