Preisverleihung Anton-Bauer-Umweltpreis SPD Miesbach

Veröffentlicht am 21.05.2021 in Allgemein

Ruth Müller, MdL, Hannes Gräbner, Bundestagskandidat sowie geehrte Imker aus dem Tegernseer Tal

Laudation Ruth Müller am 10.05.2021:

"Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Genossinnen und Genossen, und vor allem – geschätzte Imkerinnen und Imker in der Region Gmund – Tegernseer Tal und Umgebung,

ich freue mich sehr, heute – am Welttag der Bienen – hier in Gmund auf Einladung von Hannes Gräbner und der SPD im Landkreis Miesbach die diesjährigen Preisträger zu würdigen.

Erst zum vierten Mal findet der Welttag der Bienen statt obwohl die Imkerei an sich schon über 7.000 Jahre alt ist und der Honig damals auch als „Speise der Götter“ galt. Allein diese Bezeichnung drückt schon die Wertschätzung aus und diese Wertschätzung spiegelt sich auch in der Arbeit der Imkerinnen und Imker wieder.

Sie leisten – meist im Hobby und Ehrenamt – einen unentgeltlichen, aber zugleich unbezahlbaren Beitrag zur Biodiversität, zum Umweltschutz, zum Artenerhalt und nicht zuletzt eine Wirtschaftsleistung. Das Bundeslandwirtschaftsministerium schätzt den wirtschaftlichen Nutzen durch die Bestäubung nur durch die Honigbienen auf rund vier Milliarden Euro jährlich.

War das Imkern früher eher ein Hobby für den etwas älteren Herren, so erfreut sich die Imkerei einem steigenden Interesse. Die Imkervereine bekommen Nachwuchs und erfahrene Imker begleiten „Jungimker“ beim „Imkern auf Probe“ und stellen ihr ihre Gerätschaften und vor allem ihre Zeit zur Verfügung, um das zu teilen, was wichtig ist: das Wissen um die Zusammenhänge unserer Natur zu verstehen. Dass Ihr Wissen und Können wieder als wichtig wahrgenommen wird, hat uns auch das Volksbegehren „Artenvielfalt – Rettet die Bienen“ im Jahr 2019 gezeigt. Als am 31. Januar die Eintragungsfrist begann, war ich beim 11. Bayerischen Imkergespräch in Starnberg zu Gast. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Volksbegehren von den Regierungsfraktionen noch als „großer Mist“ bezeichnet. Zwei Wochen später hatten sich rund 1,8 Millionen Menschen in die Unterschriftenlisten eingetragen. Auch wir als SPD haben das Volksbegehren aktiv unterstützt – allerdings auch im Bewußtsein, dass es um MEHR geht, als nur um die Honigbiene. Es ging darum, Lebensräume für Insekten zu erhalten, zu schaffen und zu bewahren. Und zwar durch politische Vorgaben, denn der Trend zur Optimierung und Effizienz hat weder vor den landwirtschaftlichen Betrieben, noch vor den Bauhöfen Halt gemacht und sogar in Form von Schottergärten Einzug in die Gärten der Einfamilienhaus-Siedlungen gefunden. Wo früher Platz war für Wäscheleinen, Gemüsebeete und Obstbäume wurden Flächen gekiest und Sprudelsteine aufgestellt. Wo blühende Hecken die Grundstücke in den Siedlungen und auf den Feldern voneinander trennten, wurden Plastik-Gitter-Zäune aufgestellt und Hecken entfernt, um die Wendefähigkeit der landwirtschaftlichen Maschinen zu verbessern. Wo es vor 70 Jahren in Bayern noch 400.000 landwirtschaftliche Betriebe gab, sind es heute nur noch rund 90.000 Betriebe. Mit ihnen verschwanden kleinflächige Strukturen, landschaftsbildende Elemente und abwechslungsreiche Äcker. Mit Folgen nicht nur für die Honigbienen, sondern auch für viele andere Insekten und Kleinstlebewesen. Wenn Insekten aussterben, sterben mit ihnen auch Pflanzen aus – denn rund 80 Prozent der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen erfolgt durch Bienen, Wildbienen und Hummeln. Alleine in Deutschland existieren neben der Honigbiene rund 570 Wildbienenarten, die oftmals nur zu wenigen Pflanzen passen. Damit erübrigt sich auch die Frage, ob man denn zu einer künstlichen Bestäubung übergehen könnte, wenn es die Bienen nicht mehr gibt. Natürlich könnte man das – aber dann werden – und da sind wir wieder bei Thema Effizienz und Wirtschaftlichkeit – nur solche Pflanzen bestäubt, deren Lebensmittel wir brauchen. Oder glaubt jemand im Ernst, dass sich noch irgendjemand darum kümmert, dass der Löwenzahn und die Brennesseln oder gar der unerschöpflich wachsende Giersch bestäubt werden?

Sie als Imkerinnen und Imker wissen um die Zusammenhänge und Sie wissen auch, dass der goldgelb blühende Löwenzahn zwar lästig im Rasen ist, aber für Ihre Bienen im frühen Frühjahr wichtig ist. Nicht für Sie, sondern für uns alle müssen wir deshalb Verantwortung dafür übernehmen, dass Gehölze stehen bleiben oder wieder gepflanzt werden. Wir alle müssen es aushalten können, dass es Ecken in der Gemeinde oder Stadt gibt, die vermeintlich ungepflegt ausschauen. Und wir müssen es ertragen, dass der Herbstwind die Blätter des Apfelbaums aus dem Nachbarsgarten auch in unseren Garten oder in unsere Einfahrt weht.

Als imkereipolitische Sprecherin war es mir immer ein Anliegen, dass sich die Wertschätzung für die Imker und Imkerinnen auch in einer guten fachlichen Beratung wiederfindet. Erst vergangene Woche war ich in Würzburg bei der Landesanstalt für Wein- und Gartenbau und bei Dr. Berg, dem Leiter des Instituts für Bienenkunde. Dort wird natürlich weiter die Entwicklung der Varroa-Milben beobachtet, die Ausbreitung der asiatischen Hornisse verfolgt und die Trachterträge vermessen. Aber es wird auch intensiv auf die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen geschaut. Es finden wissenschaftliche Studien statt, wie und wo klimastress-resistente Bäume in Zukunft gepflanzt werden können. Und welche Insekten beispielsweise auf der mongolischen Linde oder der nordamerikanischen Schwarznuss zu finden sind.

Imkern ist wieder in – es gibt „Imkern in der Schule“ und „Imkern in der Stadt“ – mit all diesen Initiativen stärkt man das Interesse für die Natur und Umwelt. Wer Ihre Arbeit unterstützen möchte, muss nicht unbedingt selbst zu imkern beginnen, sondern kann seinen Balkon, seine Terrasse oder den Garten blüh- und insektenfreundlich gestalten, Totholzhaufen oder Sandmulden schaffen, unaufgeräumte Ecken zulassen und damit Ihren Bienen – und den vielen anderen Insekten – beim Überleben helfen. Doch Sie, die in Ihren Vereinen imkern, sind schon lange Vorbilder in punkto Nachhaltigkeit und Beständigkeit, egal, ob Imkern gerade „in“ ist oder nicht.

Deshalb werden Sie heute mit dem Anton-Bauer-Umweltpreis ausgezeichnet. Denn auch dem ehemaligen Landrat der SPD, hier in Miesbach, war es egal, ob Umweltschutz gerade „in“ war oder nicht. Er hatte – wie Sie – ein Grundverständnis davon, was Umweltschutz bedeutet, zu einer Zeit, in der dem Wirtschaftswunder und der Effizienz viel untergeordnet wurde. Diese Weitsicht und gleichzeitig die Selbstsicherheit, mit der Sie bei Ihrer ehrenamtlichen Arbeit wissen, was gut und richtig ist für die Natur, verbindet Sie. Und deshalb hat Sie die SPD im Landkreis Miesbach zurecht auf die lange Liste verdienter Umwelt- und Naturschützer gesetzt. Ich wünsche Ihnen und Ihren Imker-Kolleginnen und Kollegen einen besseren Fortgang des Imkerjahrs als es begonnen hat und möchte mit einer Strophe des wunderbaren Sommerlieds von des evangelischen Theologen Paul Gerhart aus „Geh aus mein Herz und suche Freud“ enden, in dem die Gaben Gottes gepriesen werden. Damit haben die Bienen sogar Einzug in einem Kirchenlied gefunden, denn dort heißt es in der 6. Strophe:

 

Die unverdrossne Bienenschar
fliegt hin und her, sucht hier und da
ihr edle Honigspeise;
des süßen Weinstocks starker Saft
bringt täglich neue Stärk und Kraft
in seinem schwachen Reise."

 

Ruth unterwegs:

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