Resolution für Mheddin Saho unterzeichnet

Veröffentlicht am 09.07.2021 in Allgemein

Appell der evangelischen Gemeinden an Politiker und den Landesbischof

So verzweifelt ist er, dass der, um den es geht, am Donnerstag nicht dabei sein konnte. Das Schicksal des blinden Syrers Mheddin Saho, der nach Spanien abgeschoben werden soll, bewegt die Menschen weit über Rottenburg hinaus. Sein Facebook-Post vom Mittwoch, dass das Verwaltungsgericht Regensburg seine Klage gegen den Abschiebungsbescheid zurückweisen wird, hat Reaktionen in Hamburg, Erlangen, München und natürlich in der Region Rottenburg hervorgerufen und Solidaritätsbekundungen ausgelöst. Solidarität und Unterstützung erfährt Mheddin Saho auch von den evangelischen Christen in Rottenburg: Pfarrerin Veronika Mavridis von der Dreieinigkeitskirche hat zusammen mit der stellvertretenden Vertrauensfrau, Ruth Müller, MdL, die auch zugleich Mitglied der Landessynode der evangelischen Kirche in Bayern ist und dem ersten Vorstand der Freien Evangelischen Gemeinde Rottenburg, C-Punkt e.V. (FeG), Gerhard Zierer eine Resolution verfasst und unterzeichnet, die „Eine Perspektive für Mheddin Saho in Deutschland“ heißt.

Stellvertretend für die beiden Kirchengemeinden fordern die drei Unterzeichner, die Abschiebung von Mheddin Saho zu verhindern. Weiterhin rufen sie dazu auf, dass vom Selbsteintrittsrecht Gebrauch gemacht wird, nach dem Deutschland den Asylantrag selbst durchführen kann. So könnte er eine Zukunftsperspektive für sein Leben erhalten. „Mheddin Saho hat in den letzten Jahren seine Integrationsfähigkeit und –willigkeit bewiesen, hat mit Gisela und Gerhard Zierer eine Unterstützerfamilie gefunden und Freunde gewonnen, die ihm bei vielen Dingen des Alltags zur Seite stehen, die er als Blinder mit einem Grad der Behinderung von 100 nicht alleine bewältigen kann“, heißt es in dem Papier, das am Donnerstagabend in der Kirche im Beisein seiner Unterstützer unterschrieben wurde. In vierfacher Ausfertigung geht die Resolution nun an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, an Bundesinnenminister Horst Seehofer und an den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann. Zudem erhält auch der Vorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm ein Exemplar. Der evangelische Theologe hatte sich schon im Sommer 2019 für den 25jährigen Studenten eingesetzt, als er in Abschiebehaft in Eichstätt gelandet war. „Eine vorbildlichere Integration kann man sich nicht vorstellen“, so die Kirchenvorsteherin und Synodale Ruth Müller, MdL. „Mheddin hat hier Anschluss und Unterstützung gefunden und will die Erfahrungen aus seinem Schicksal als blinder Mensch für die Erforschung neuer Methoden beim Erlernen von Fremdsprachen einbringen“. Auch seine Professoren an der Ludwigs-Maximilian-Universität in München wollen ihn und sein Wissen nicht verlieren. „Was mich besonders ärgert, ist, dass gerade diese Einschränkung durch seine Blindheit überhaupt nicht ins Gewicht fällt bei der Bewertung, ob Mheddin nach Spanien zurück muss oder nicht“, stellt Pfarrerin Veronika Mavridis fest. Sogar die UN-CRPD (United Nations Commission for the Right of Persons with Disability) hat festgestellt, dass es in Spanien keine ausreichende professionelle Begleitung für Menschen mit Beeinträchtigungen gibt. „Wie soll jemand, der blind ist und die Landessprache nicht beherrscht, in einem Land zurechtkommen, wo er keine Bezugspersonen hat?“ stellt sich Pfarrerin Mavridis die Frage. „Unser Land ist von einer christlich-humanitären Grundhaltung geprägt und ich würde mir wünschen, dass diese Werte bei der Entscheidung, ob Mheddin bleiben darf, ebenfalls eine Rolle spielen“, sagt Gerhard Zierer bei der Unterzeichnung der Resolution. Mheddin selbst ist nicht dabei, als die Unterstützer in der Dreieinigkeitskirche mit sorgenvollen Mienen die aktuelle Entwicklung diskutieren. „Er sitzt bei uns zuhause und ist verzweifelt und fragt sich, was er falsch gemacht hat“, erzählt Gisela Zierer, die mit ihrem Mann den jungen Syrer seit zweieinhalb Jahren begleitet und betreut und ihm ein neues Zuhause gegeben hat. „Auch wir würden viel verlieren, wenn Mheddin nicht bleiben darf“, sagt sie mit stockender Stimme.

Bildunterschrift: Gerhard Zierer (Vorstand der Freien Evangelischen Gemeinde Rottenburg), Pfarrerin Veronika Mavridis, Ruth Müller (MdL) sowie Unterstützer der FeG Rottenburg

Fotograf: Lucas Mavridis

 

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