Ruth Müller, MdL und Rita Hagl-Kehl, MdB informierten sich zur Engerlingplage im Bayerischen Wald

Veröffentlicht am 06.11.2019 in Landwirtschaft & Forsten

Die beiden SPD-Politikerinnen trafen sich in Grainet mit betroffenen Bauern sowie Vertretern vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Regen, um im gemeinsamen Gespräch Status Quo, Lösungsansätze sowie Perspektiven zu diskutieren.

„Die nachhaltige Landwirtschaft im Bayerwald ist bedroht!“ So begrüßte Grainets Bürgermeister Kaspar Vogl die Teilnehmer des Gesprächs. Die niederbayerischen Bauern - vor allem im Landkreis Freyung-Grafenau - kämpfen seit dem Sommer gegen eine massive Engerlingplage, die sich auch schon im vergangenen Jahr ankündigte. Die hektarweise Zerstörung von Dauergrünlandflächen durch die Maikäferlarven hat enorme Auswirkungen auf die Futtererträge der betroffenen Landwirte: Die Engerlinge fressen Grasnarben von unten her weg und die Landwirte müssen die Felder neu ansäen. Dadurch gehen oftmals mehr als die Hälfte der Futtererträge verloren, was für die betroffenen Betriebe mehrere Tausend Euro Schaden bedeuten kann. Die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Hagl-Kehl, MdB – ehemaliges Mitglied im Landwirtschaftsausschuss des Bundestags – und Ruth Müller, MdL – Mitglied im Agrarausschuss des Bayerischen Landtags - haben sich der Problematik angenommen und sich die Situation von betroffenen Bauern schildern lassen.

Eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Müller an die Bayerische Staatsregierung hat ergeben, dass der Ertragsausfall auf den Befallsflächen im Landkreis Freyung-Grafenau zwischen 40 und 70 Prozent liegt. Das Bayerische Landwirtschaftsministerium hat zwar das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Deggendorf mit einer aktuellen Versuchsreihe zur Engerlingsbekämpfung beauftragt, stuft aber Fraßschäden aller Art als natürliches Risiko ein, das nicht unter die Tatbestände fällt, die mit finanziellen staatlichen Soforthilfen unterstützt werden könnten.

 

Rita Hagl-Kehl mahnte, dass mit dem Befall im Bayerischen Wald „die grüne Lunge Niederbayerns“ bedroht sei. „Die betroffenen Landwirte sind massivem Druck ausgesetzt und haben keine andere Wahl, als die befallenen Flächen abzufräsen - mit dem einhergehenden Verlust der Futterernte“, zeigte sich auch Ruth Müller betroffen über die derzeitige Ausweglosigkeit der Situation.

 

Müller hat daher im Bayerischen Landtag einen Antrag eingereicht, in dem sie die Staatsregierung dazu auffordert, Stellung zu beziehen zum Umfang der Schäden, zu wirksamen Bekämpfungsmöglichkeiten und zur Notwendigkeit von Maßnahmen zur Existenzsicherung der Betriebe. „Die diesjährigen Schäden sind so einschneidend, dass es nicht genügt, sich nur besorgt zu zeigen. Daher fordere ich Ministerin Kaniber auf, die Landwirte in dieser Notsituation auch mit finanziellen Mitteln und nicht nur mit warmen Worten abzuspeisen“, so Müller zu den aktuellen Forderungen der SPD Landtagsfraktion.

 

Rita Hagl-Kehl, MdB erklärte den Bauern, dass der Bund nur für überregionale Naturkatastrophen zuständig sei. Es müssten mehrere Bundesländer vom Engerlingproblem betroffen sein, damit die Bundesregierung sich einschalten könne. Deshalb sei bisher noch die Bayerische Staatsregierung zuständig. Diese habe eine örtlich begrenzte Notfall-Zulassung für den Einsatz von Melocont-Pilzgerste am Jochberg in Oberbayern zugelassen, was allerdings durch das extrem steile Gelände und die damit zusammenhängende Erosionsgefahr begründet wurde.

Im Fall Freyung-Grafenau verweist die Staatsregierung darauf, dass „Fraßschäden aller Art als natürliches Risiko beim Wirtschaften in und mit der Natur“ gelten würden.  

Markus Niedermeier, Pflanzenbauberater am AELF Regen warnte davor, den Einsatz der kostspieligen Melocont-Pilzgerste als Allheilmittel einzustufen. Diese müsse sich erst im Boden entwickeln und die Rahmenbedingungen müssten für den Schädlingsbekämpfer passen. Dieser bräuchte zudem eine Zulassung als Pflanzenschutzmittel.

Das Engerlingproblem sei nicht neu, man beschäftige sich damit bereits seit 15 Jahren, so der Experte weiter. Allerdings seien die Fälle bisher überschaubar gewesen. Die 2019 extreme Lage habe bereits im Herbst 2018 mit dem zu warmen und zu trockenen Sommer begonnen: „Der Engerling mag es warm und trocken.“ Die Klimaerwärmung trägt dazu bei, dass sich der Fortpflanzungsrhythmus nicht mehr im dreijährigen Turnus vollzieht, sondern es zu jährlichen Populationen kommen kann. 232 Betriebe mit einer Fläche von 1549 Hektar haben sich beim AELF als betroffen gemeldet. Die durch die Dürre geschwächten Pflanzen seien anfälliger für den Schädling.

Betroffene Landwirte erzählten, dass sie große Teile ihrer Grünlandflächen doppelt fräsen und durch den Futterausfall dieses zukaufen mussten. Dazu kommen die Neuansaat und die Saatgutkosten. All dies koste Zeit, Geld und Arbeitskraft. Auch sei es nicht zulässig, die Fruchtfolge zu wechseln, da die Grünlandflächen keinen Ackerstatus besitzen.

Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass der Schaden frühzeitig eingedämmt werden müsse. Bayern müsse jetzt handeln, damit es zu keiner großflächigen Ausweitung kommt und keine weiteren Bundesländer in Mitleidenschaft gezogen werden. Die beiden SPD-Politikerinnen sagten zu, das Problem in ihre parlamentarische Arbeit mitzunehmen und an konstruktiven und praxistauglichen Lösungen zu arbeiten.

 

Ruth unterwegs:

Alle Termine öffnen.

12.11.2019, 13:00 Uhr - 14:00 Uhr Fraktionssitzung

12.11.2019, 14:00 Uhr - 22:00 Uhr Plenum

13.11.2019, 08:00 Uhr - 09:00 Uhr Parlamentarisches Frühstück mit dem Bayerischen Industrieverband Baustoffe, Steine und Erden e. V.

13.11.2019, 09:15 Uhr - 12:00 Uhr Ausschuss Landwirtschaft, Ernährung und Forsten

Alle Termine

Bienen-Blühkalender 2019

Der neue Imkereipolitische Flyer der Bayern-SPD Landtagsfraktion als PDF hier

Volksbegehren Artenvielfalt - Die Ergebnisse

Die Ergebnisse für den Landkreis Landshut gibt es hier

Meine Arbeit im Bayerischen Landtag


Anträge und Anfragen sind das Kernstück der parlamentarischen Arbeit, Die von mir initierten oder mitgetragenen Initiativen finden Sie hier

Rechenschaftsbericht

Rechenschaftsbericht als PDF

Terminübersicht 2013-2018 als PDF

 

 

Enquete- Kommission

Niederbayernbereisung der BayernSPD-Landtagsfraktion am 13. März 2015

Was sind die Sorgen der Bürger, wenn es um gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Bayern geht? Dies ist die Kernfrage, mit der sich die im Herbst eingesetzte parteiübergreifende Enquete- Kommission im Landtag befasst. Sie wurde auf Drängen der SPD ins Leben gerufen. Die SPD will die Themen aber nicht nur in München erörtern, sondern auch vor Ort.

Die Vor-Ort-Termine in Perlesreut, Ringelai, Neukirchen und Buch a.E.

 

Abschluss der Enquete-Kommission

Leitfaden für Bayerns Zukunft erarbeitet

SPD-Abgeordnete Ruth Müller sieht Enquete-Kommission als großen Erfolg - Land und Städte müssen sich ergänzen

Abschlussbericht

Gläserne Abgeordnete

Unsere Betreuungsabgeordnete im Bundestag

Allianz für den freien Sonntag

weitere Infos

Mitglied werden!


WebSozis

Soziserver - Webhosting von Sozis für Sozis WebSozis

Suchen

Besucher

Besucher:530506
Heute:117
Online:2

Ausstellungsprojekt 2015

Pressespiegel

Teil 1

Teil 2