SPD-Umweltpolitiker kämpfen gemeinsam mit Studentinnen gegen Lebensmittelverschwendung

Veröffentlicht am 30.07.2019 in Gesundheit & Verbraucher

Florian von Brunn und Ruth Müller: Staatsregierung muss ein Konzept entwickeln, um den Supermarktketten strengere zu Vorschriften machen - Genießbare Lebensmittel sollen nicht weggeworfen werden dürfen

Die SPD-Landtagsfraktion fordert gemeinsam mit den zwei vor einigen Monaten fürs sogenannte Containern verurteilten Studentinnen aus Olching mehr Einsatz gegen Lebensmittelverschwendung. Die SPD-Ernährungsexpertin Ruth Müller und der SPD-Verbraucherschutzexperte Florian von Brunn wollen mit den Studentinnen Caro und Franzi mehr Druck bei der Staatsregierung und bei großen Supermarktketten machen. Die Studentinnen waren Anfang des Jahres vom Amtsgericht Fürstenfeldbruck mit Sozialstunden und Geldstrafen auf Bewährung verurteilt worden. Den beiden wird vorgeworfen, bei einem örtlichen Supermarkt den Abfallcontainer geöffnet und weggeworfene Lebensmittel mitgenommen zu haben. Derzeit befinden sich die beiden Studentinnen in Revision vor dem Oberlandesgericht München.

"Es ist einfach ein Unding, dass nach wie vor so viele Lebensmittel weggeworfen werden", betont Müller. "Hier muss dringend die Gesetzeslage angepasst werden. Vorbild ist hier etwa Frankreich, wo abgelaufene, aber noch genießbare Lebensmittel von den Supermärkten an Tafeln gespendet werden müssen." Einen entsprechenden Antrag hat die bayerische Staatsregierung bereits abgelehnt, ebenso wie die Forderung nach mehr finanzieller Unterstützung für die Tafeln. Die beiden Abgeordneten kündigen an, trotzdem nicht aufzugeben und den Antrag wieder in den Landtag einzubringen. Außerdem wollen sie sich für das Thema bei der SPD-Bundestagsfraktion einsetzen.

Auch aus Klimaschutz-Sicht sei es höchst verwerflich, dass Lebensmittel erst um die halbe Welt geschickt, in viel zu großem Umfang im Laden angeboten und am Ende in den Abfallcontainer geworfen würden, so von Brunn. Ganz zu schweigen davon, dass die Intensivlandwirtschaft auch in Bayern dazu führe, dass Lebensmittel zulasten von Tierwohl und Umwelt produziert würden, um dann am Ende weggeworfen zu werden: "Es passt nicht zu einer glaubwürdigen Nachhaltigkeitsstrategie, wenn die Staatsregierung sich hier weigert, Supermärkten strengere Vorgaben zu machen und das Wegwerfen von genießbaren Lebensmitteln zu verbieten."

 

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