Unterschätzt und doch immens wichtig für die Gesellschaft

Veröffentlicht am 10.08.2019 in Bildung

Ruth Müller, MdL mit Landtagskollegen Christian Flisek im Gespräch über Genderforschung und Soziale Arbeit an der HAW Landshut

Für ein Gespräch über die Bedeutung der Wissenschaft Soziale Arbeit traf sich die Pfeffenhausener Landtagsabgeordnete Ruth Müller gemeinsam mit ihrem Kollegen und hochschulpolitischen Sprecher der BayernSPD-Landtagsfraktion, Christian Flisek, an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Landshut mit Prof. Dr. Barbara Thiessen und Prof. Dr. Christoph Fedke.

Barbara Thiessen thematisierte als Leiterin des Instituts Sozialer Wandel und Kohäsionsforschung (IKON) dabei zunächst die Genderforschung, die in Deutschland eine lange Tradition habe und auch in vielen namhaften Einrichtungen, wie beispielsweise dem Fraunhofer Institut Berücksichtigung finde. Im Rahmen der Genderforschung werden gesellschaftlich durchaus relevante Aspekte analysiert wie beispielsweise die weiterhin traditionelle Rollenverteilung zwischen Mann und Frau bei Elternzeit des Mannes. In Ihrer Untersuchung zu Erfahrungen von Vätern in der Elternzeit wurde deutlich, dass Männer erst dann eigenständig mit Kind und Haushalt aktiv werden, wenn die Frauen erwerbstätig und damit aus dem Haus sind. Weitere Relevanz der Genderforschung sei auch in der Gesundheitsforschung ersichtlich, so Ruth Müller. Diese sei durchweg auf den durchschnittlichen Mann ausgerichtet, was sich jedoch teilweise als fatal erweisen könne, da Frauenherzen im wahrsten Sinne des Wortes anders schlügen. „Leider besteht jedoch in Bayern kein Landesprogramm für die Genderforschung“, bemerkte Christoph Fedke. Von 46.000 Professuren in Deutschland hätten nur 0,4% eine Genderdenomination – in Bayern wären es gerade einmal 7 Professuren. Ruth Müller versprach, als frauenpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion hier bezüglich eventueller Fördermöglichkeiten bei der Staatsregierung anzufragen.

 

Zweiter Fokus des Gespräches war auf die Studiensituation Soziale Arbeit gerichtet. Prof. Dr. Christoph Fedke stellte als Leiter des BA-Studiengangs Soziale Arbeit diesen zunächst kurz vor. Gab es früher noch wenige Berührungspunkte zwischen Stadt und Hochschule, so profitieren heute beide Seiten voneinander, führte Fedke aus – beispielsweise durch Kooperationen mit dem Landshuter Netzwerk. „Auf den Studiengang herrscht eine dreimal höhere Nachfrage, als Plätze vergeben werden können, im bundesweiten Ranking zu Studienqualität liegt Soziale Arbeit in Landshut auf Platz 2“, so Prof. Dr. Barbara Thiessen. Der Studiengang sei hoch angesehen und von großer gesellschaftlicher Relevanz – hinsichtlich des Arbeitsmarktes also eine zukunftssichere Wahl. Auch in drittmittelfinanzierten Forschungsprojekten würden Studierende und Absolventen der Sozialen Arbeit immer erfolgreicher, was jedoch ein weiteres Problem wiederrum umso sichtbarer mache: das fehlende Promotionsrecht. Nachdem Soziale Arbeit in Bayern ausschließlich an Hochschulen für angewandte Wissenschaften studiert werden könne, sind kooperative Promotionsverfahren mit Universitäten nur mit verwandten Fächern wie Soziologie oder Erziehungswissenschaften möglich, zum Nachteil der Promovierenden aus Hochschulen für angewandte Wissenschaften.

 

Eine zusätzliche Hürde, so Thiessen, ist, dass Hochschulen für angewandte Wissenschaften vor allem als technisch und betriebswirtschaftlich ausgerichtet wahrgenommen werden. Soziale- und gesundheitswissenschaftliche Disziplinen werden ob ihrer vermeintlich geringeren wirtschaftlichen Rentabilität unterschätzt, weshalb z.B. die Wissenschaft Soziale Arbeit bei der Förderung durch Forschungsprogramme vor den technischen Disziplinen meist das Nachsehen habe. „Dass das Grundthema des gesellschaftlichen Zusammenhalts, das gerade in diesen Zeiten des Wandels und angesichts der zunehmenden Migrationsgesellschaft von essentieller Bedeutung für jeden Einzelnen ist, wird dabei gerne untergraben“, so Christoph Fedke. Und Barbara Thiessen ergänzt: „Wir hätten die Konzepte, können aber aufgrund fehlender Mittel nicht aktiv werden“. Hier kam man gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten überein, dass es ein Landesprogramm für sozialwissenschaftliche Forschung an Hochschulen braucht.

 

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