Wird SPD „überraschend gut abschneiden“?

Veröffentlicht am 12.03.2020 in Allgemein

Christian Ude gibt Sebastian Hutzenthaler und Ruth Müller Tipps für gute Kommunalpolitik

Ergoldsbach. Genossen aus der Region und interessierte Bürger kamen zum kurzweiligen Polit-Talk der SPD Ergoldsbach, bei dem Bürgermeister- und Kreistagskandidat Sebastian Hutzenthaler, Landtagsabgeordnete und Landratskandidatin Ruth Müller sowie Münchens ehemaliger Oberbürgermeister Christian Ude ungeahntes komödiantisches Talent mit großem Unterhaltungswert bewiesen. Von Gerlinde Gahr „SPD überraschend gut abgeschnitten“, diese Schlagzeile wünscht sich Christian Ude kommende Woche auch für den Landkreis Landshut und die Marktgemeinde Ergoldsbach und erklärte den Spitzenkandidaten Sebastian Hutzenthaler und Ruth Müller in einem lockeren Gespräch, wie sie dazu beitragen können. „Das allerwichtigste ist, dass man nicht in eine Rolle schlüpft, sondern einfach ist, wie man ist – das aber möglichst freundlich.“

Freundlich und bestimmt sein, sind Eigenschaften von Hutzenthaler. In Ergoldsbach wird er sich für transparente Kommunalpolitik einsetzen, die mit Konzepten arbeitet, unabhängig von Investoren ist, modern ist und im Dialog mit den Bürgern steht. „Wir dürfen nicht immer ad hoc und abhängig von Förderungen entscheiden“, stellte er fest. „Meine Politik setzt auf Werte und Nachhaltigkeit, sie ist mit Leidenschaft für Ergoldsbach gemacht.“ Mit konkreten Vorschlägen überzeugen „Was ihr in der Gemeinde und im Landkreis macht, muss konkret, deutlich und realisierbar sein“, legte Ude den Kommunalpolitikern ans Herz, und fügte hinzu: „ohne Kompetenz geht es nicht“. Davon haben Hutzenthaler und Müller dank langjähriger Erfahrung reichlich. Und auch an konkreten Vorschlägen mangelt es nicht. Ruth Müller nannte die Themen E-Mobilität, Unterstützung von Direktvermarktern und will den Landkreis beim Gewässerschutz „vom Schweinehotspot zur Ökoregion“ wandeln. Hutzenthaler sprach von Barrierefreiheit, Kinderbetreuung, sozialem Wohnungsbau und will klarer darstellen, wo die Marktgemeinde in Zukunft hin will. „Wir werden Fehler machen“, räumte er ein, „aber bevor ma gar nix machen, mach i lieber Fehler“, sagte Hutzenthaler. Alltagsstress trotzen und Visionen umsetzen Humorvoll karikierte Müller den Alltag eines Kommunalpolitikers zwischen Vereinsterminen und Kindergartenfesten, Bürokratie und Tagesordnungen. Entsprechende Beschreibungen „von so armen Deifeln“ lehnt Ude ab. „Ihr müsst über Dinge reden, die das Leben der Bürger zumindest ein bisserl berühren, seien es Öffnungszeiten für Kindertagesstätten oder wo das Geld für die Straßensanierung herkommt. Nur dann könnt ihr die Menschen mitzunehmen.“ Außerdem ermutigte er Müller und Hutzenthaler, trotz Alltagsstress Visionen umzusetzen. Am Beispiel Kernenergie beschrieb er die Vorgehensweise der Stadt München und ermahnte: „Es reicht in der Kommunalpolitik nicht, nach dem günstigsten Strom zu fragen. Man muss diskutieren, welche Energieversorgung grundsätzlich wünschenswert ist.“ Strategische Fragen angreifen, sich trauen, darauf Antworten zu finden, den eingeschlagenen Kurs auch mal korrigieren und so die in der Kommunalpolitik verdammt wichtigen Weichenstellungen vornehmen; diese Vorgehensweise legte er seinen Gesprächspartnern ans Herz, gab aber zu bedenken: „Dafür müsst ihr einen ganz langen Atem haben.“ Nur für den Fall, dass die SPD in den bayerischen Kommunen ausnahmsweise nicht die Mehrheit stellt, fürchtet sich Hutzenthaler nicht davor, Mehrheiten zu generieren, andere mit guten Argumenten und in vielen Gesprächen zu überzeugen oder Kompromisse zu schließen. „Schulräte haben friedlicheres Dasein“ Für Lacher sorgten Udes blumige Beschreibungen von Radlfahrer-Rambos mit unerträglicher Porschefahrer-Mentalität sowie die an Hutzenthaler gerichtete Feststellung, dass Schulräte im Gegensatz zu Oberbürgermeistern ein „vergleichsweise friedliches Dasein haben“. Ob Hutzenthaler Schulrat bleibt und ob Ruth Müller als Landrätin seine Chefin wird, entscheidet sich am Sonntag. Spätestens dann wird sich zeigen, so Ude, „ob sie in der Lage sind, in der Sache zu überzeugen“.

 

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