Gegen das Schweigen Ruth Müller, MdL besuchte Fachberatungsstelle „Wirbelwind Ingolstadt e. V.“

Veröffentlicht am 29.08.2019 in Allgemein

Die parlamentarische Sommerpause nutzt die frauenpolitische Sprechern der SPD-Landtagsfraktion Ruth Müller, MdL aus Landshut jedes Jahr, um Einrichtungen zu besuchen, die sich mit dem Themenkomplex „häusliche Gewalt“ beschäftigen. Über die Hälfte der 40 bayerischen Frauenhäuser hat die Abgeordnete in den letzten Jahren mittlerweile besucht und sich auch über die Arbeit der Frauennotrufe informiert. Am Montag besuchte sie zusammen mit der Köschinger Bürgermeisterin und Kreisrätin Andrea Ernhofer „Wirbelwind Ingolstadt e. V.“ in Ingolstadt, die einzige Fachberatungsstelle, die seit 27 Jahren in der Region 10 Hilfe, Beratung und Prävention zum Themenkomplex „sexualisierte Gewalt“ leistet.

Die beiden Beraterinnen Petra Kufner und Alexandra Bücker, die seit Juli 2019 das Team bei „Wirbelwind“ als Sozialpädagogin unterstützt, erläuterten im Gespräch, dass sie rund 230 bis 250 Fälle pro Jahr bearbeiten. Dabei sei die Hauptgruppe erwachsene Frauen zwischen 40 und 60 Jahren, die oft schon als Kinder Opfer von sexualisierter Gewalt geworden sind. Zunehmend würden auch Männer die Beratungsstelle aufsuchen, erläuterte Petra Kufner. Im präventiven Bereich versuche man beispielsweise durch Workshops zum Thema „sexualisierte Gewalt am Arbeitsplatz“ Auszubildende in Ingolstadt zu sensibilisieren. „Die Sprache ist der Nährboden für Gewalt“, machte Kufner deutlich. Deshalb müsse man daran arbeiten, Strukturen früh zu erkennen.

Derzeit ist die Fachstelle mit drei Beraterinnen besetzt, allerdings erfuhren die beiden Politikerinnen, dass die Zeit zu knapp sei, um beispielsweise ausreichende Präventionsarbeit zu leisten und in Schulen zu gehen. „Wir kämpfen schon lange dafür, dass die Finanzierung der Beratungsstellen verbessert wird“, stellte Ruth Müller fest und überreichte den beiden Beraterinnen ein ganzes Paket parlamentarischer Initiativen der BayernSPD-Landtagsfraktion.

Kreisrätin und Bürgermeisterin Andrea Ernhofer sprach auch die Ko-Finanzierung der Beratungsstelle durch die Kommunen an. Im Landkreis Eichstätt werde mit der „WEIche“ ebenfalls Beratung angeboten. Allerdings würden sich auch Opfer und Betroffene gerne Unterstützung in einer Einrichtung in einer freien Trägerschaft holen. Deshalb müsse es das Ziel sein, zusätzlich auch „Wirbelwind“ zu unterstützen und die Synergie-Effekte auszubauen. „Die Arbeit geht wohl keinem von uns aus“, fasste es Petra Kufner zusammen. Denn alleine die Erarbeitung von Schutzkonzepten für Vereine, KiTas und Organisationen, die sich um Kinder und Jugendliche kümmern, sei zeitaufwändig und arbeitsintensiv. Ruth Müller bedankte sich bei den beiden Beraterinnen für ihre geleistete Arbeit, die von vielen Ehrenamtlichen im Verein unterstützt wird: „Sie leisten einen wichtigen Beitrag, dass sexualisierte Gewalt aus der Tabuzone herausgeholt wird“. Jeder Fall, der bei ihnen landet, schaffe für Betroffene Möglichkeiten um Unterstützung und Begleitung zu erhalten, um mit der erlebten Gewalt zurecht zu kommen.

Bildunterschrift v. l. n. r.: Petra Hasler - Kufner, Wirbelwind Ingolstadt e. V., Ruth Müller, MdL und frauenpolitische Sprecherin der SPD Landtagsfraktion, Alexandra Bücker, Wirbelwind Ingolstadt e. V., Andrea Ernhofer, Bürgermeisterin und Kreisrätin

 

 

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