Sekt und Selters der Frauen in der SPD Rosenheim mit Ruth Müller, MdL

Veröffentlicht am 07.02.2019 in Gleichstellung

Zum 11. Mal luden die Frauen in der SPD Rosenheim am 04. Februar 2019 mit ihrer Vorsitzenden Britta Promann zu Sekt & Selters. „Eine schöne Tradition, die die damalige Vorsitzende und jetzige Stadt- und Bezirksrätin Elisabeth Jordan ins Leben gerufen hat. Wir merken aber immer noch, dass es diese Tradition auch weiterhin brauchen wird. Wir sind noch lange nicht am Ziel“, so Promann bei ihrer Begrüßung. Frauen. Wählen.Jetzt – lautete der Titel der Veranstaltung, den die diesjährige Gastrednerin und frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Ruth Müller den Zuhörerinnen in einer launigen, aber auch sehr nachdenklichen Rede näher brachte.

Vor 70 Jahren hatte es der Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ ins Grundgesetz geschafft. Verantwortlich hierfür war wiederum eine Frau, die SPD-Politikerin Elisabeth Selbert. Doch von einer vollkommenen Gleichberechtigung von Mann und Frau sei man in Deutschland noch weit entfernt, so Müller. Auch wenn sich laut einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung junge Menschen heute eine gleichberechtigte Partnerschaft wünschten, gäbe es noch viele Hürden zu überwinden. Erziehungsurlaub, Teilzeitbeschäftigung, Rollenbild von Mann und Frau und schlussendlich die finanzielle Kluft bei den Renten von Frauen und Männern machten deutlich, dass Frauen nach wie vor benachteiligt seien, kritisierte die frauenpolitische Sprecherin der bayerischen SPD-Landtagsfraktion.

„Wenn sich in der Politik schneller etwas ändern soll, brauchen wir mehr Frauen, die bereit sind, sich politisch zu engagieren“, machte Müller deutlich. Gehörten dem ersten Deutschen Bundestag 6,8 Prozent Frauen an, waren es in der letzten Legislaturperiode bereits 36,5 Prozent. Im neugewählten Deutschen Bundestag sind es wieder nur 31 Prozent. Ein Rückschritt, der auch im Bayerischen Landtag sichtbar ist. Nur 55 von 205 Abgeordneten sind Frauen. „Die SPD ist immer vorne dabei, wenn es um große Errungenschaften geht. 100 Jahre Frauenwahlrecht haben wir dem Sozialdemokraten Kurt Eisner zu verdanken. 2018 feierten wir 30 Jahre Frauenquote in der SPD und im Bayerischen Landtag wollen wir das schaffen, was seit dem 31.01.2019 im Landesparlament in Branden burg beschlossen wurde – das Parité-Gesetz“, so Müller. Mit diesem Gesetz sollen alle Parteien Frauen und Männer quotiert aufstellen müssen.

„100 Jahre Frauenwahlrecht sind ein Jubiläum zum Feiern, aber wir müssen für ein weiblicheres Bayern noch viel unternehmen“, schloss die SPD-Landtagsabgeordnete ihre Rede. Für die Vorsitzender der Rosenheimer SPD, Elisabeth Jordan, war die Rede eine klarer Appell für mehr Frauen in den allen Parlamenten: „Wir brauchen Frauen, die sich auch kommunal einsetzen für ihre Themen. Und den Titel der Veranstaltung muss man daher für das Jahr 2020 und die Kommunalwahlen erweitern – Frauen.Wählen.Jetzt.Frauen“, so Jordan in ihren Schlussworten. Traditionell bestand nach den politischen Reden noch Gelegenheit, sich bei Sekt und Selters in der Frauenrunde auszutauschen.

 

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