Wettbewerb der Tafeln: 'Hungerspiele' vom Ministerium statt besserer Finanzausstattung

Veröffentlicht am 09.05.2019 in Landespolitik

Landwirtschaftspolitische Sprecherin Ruth Müller: Unnötiger Druck auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstatt besserer Rahmenbedingungen

Die agrarpolitische Sprecherin der BayernSPD-Landtagsfraktion Ruth Müller kritisiert den vom Landwirtschaftsministerium ins Leben gerufene Wettbewerb zwischen bayerischen Tafeln scharf. "Es ist beinahe schon zynisch, dass CSU und Freie Wähler erst unsere Forderungen ablehnen, die Tafeln finanziell besser zu unterstützen - und dann die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer noch mit einem Wettbewerb zu verhöhnen", fasst Müller zusammen. "Hinzu kommt, dass etwa Tafeln auf dem Land schwerer an Lebensmittel kommen als Tafeln in den Großstädten. Hier wird noch zusätzlich Druck ausgeübt - als würden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht sowieso ihr Bestes geben."

 

 

Anstatt unwürdige Wettbewerbe zu starten, sollte die Staatsregierung etwas gegen Armut unternehmen, und damit dagegen, dass es überhaupt die Tafeln brauche: "Die Ministerin hat auch noch den Nerv, die Tafeln als notwendige Unterstützung zu loben, weil die Politik nicht alles regeln könne - und dann verwehrt sie den Organisationen auch noch mehr Unterstützung!" Darüber hinaus müsse endlich etwas gegen Lebensmittelverschwendung unternommen werden. "Als Vorbild könnte hier Frankreich dienen; Lebensmittelhändler sollten genießbare Waren nicht einfach wegwerfen dürfen, sondern sie verpflichtend an gemeinnützige Organisationen wie die Tafeln spenden."

Wenn der Staatsregierung die Tafeln wirklich am Herzen lägen, könne sie ja in der demnächst stattfindenden Plenardebatte entsprechend abstimmen, betont Müller: "Was es braucht, ist echte Unterstützung für die Tafeln und für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter."

Erst vor kurzem hat die CSU zwei SPD-Anträge gegen Lebensmittelverschwendung abgelehnt, unter anderem mit der Begründung, dass die Lebensmittelverteilung ja bisher über die ‚Freiwilligkeit‘ sehr gut funktionieren würde. Als Reaktion auf die Ablehnung der Anträge haben sich viele Tafelmitarbeiter*innen direkt bei Ruth Müller gemeldet und die meisten sind sich darin einig: „So kann es nicht weitergehen. Wir  brauchen ein grundsätzliches Umdenken. Das wird nicht freiwillig gehen, da ist die Politik gefordert.“

 

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